Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA)
im ANGLERVERBAND NIEDERSACHSEN
- anerkannter Naturschutzverbund -
Abendimpressionen am Niedringhaussee
  Aktuell  
            Archiv            
       Nachrichten       
  Weisungen  
             Ticker             
      Kapitale Fänge      
  Termine  
        Über uns        
       Gewässer       
  Normen  
        Service        
        Impressum        
Gastkarte online erwerben
Mitglied werden
NWA bei facebook
Anglerverband Niedersachsen
Besucherstatistik
Heute:    174
Gesamt: 442.069
Online:    11

Linner See
Die F√∂rderung von Biodiversit√§t und √Ėkosystemdiensten in kleinen Abgrabungsgew√§ssern durch Umsetzung guter fachlicher Praxis in der Angelfischerei, auch Baggerseeprojekt genannt, ist ein Forschungsprojekt des Leibnitz-Institutes f√ľr Gew√§sser√∂kologie und Binnenfischerei in Berlin (IGB) ‚Äď Abteilung Biologie und √Ėkologie der Fische, der Technischen Universit√§t Berlin (TU Berlin) - Fachgebiet f√ľr Landschafts√∂konomie und des Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. Die NWA Osnabr√ľck e. V. hat ihre Eigentumsgew√§sser, den Linner See und den Schleptruper See, f√ľr dieses Forschungsprojekt zur Verf√ľgung gestellt, das vom Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung sowie durch das Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gef√∂rdert wird.

Das Projekt zielt auf die Sicherung und F√∂rderung der Artenvielfalt verschiedener Taxa (Fische, V√∂gel, Amphibien, Libellen, Pflanzen, Makrozoobenthos usw.) und damit verbundene √Ėkosystemdienstleistungen in Baggerseen < 50 ha ab. Diese in der BRD weitverbreiteten Kleingew√§sser sind aufgrund ihrer Gr√∂√üe von der EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgenommen. √úber ihre √∂kologische Bedeutung ist daher wenig bekannt.

Die meisten Baggerseen werden intensiv zur Naherholung genutzt, insbesondere von Anglern und Badeg√§sten. Begr√ľndet in der mit dem Fischereirecht verbundenen Hegeverpflichtung, sind Hobbyfischer nicht nur wesentliche Nutzer, sondern auch Gestalter von Gew√§ssern, Uferhabitaten und Fischbest√§nden. In diesem Projekt sollen an von Angelvereinen bewirtschafteten Baggerseen in Niedersachsen in Kooperation zwischen Anglern und Gew√§sser√∂kologen naturschutzfachlich motivierte Ma√ünahmen der guten fachlichen Bewirtschaftungspraxis umgesetzt werden.

Projektvision ist, die Erholungsnutzung von Baggerseen mit dem Schutz und Erhalt aquatischer und semiaquatischer Biodiversit√§t in Einklang zu bringen und daf√ľr Prinzipen und Methoden naturschutzfachlich motivierter fischereilicher Hege zu nutzen, die von fischereilichen Bewirtschaftern selbstst√§ndig in Eigenregie umgesetzt werden k√∂nnen.

Die im Projekt umzusetzenden Ma√ünahmen folgen dem Ansatz des √Ėkosystem-orientierten Managements und fokussieren entsprechend auf Totholzeinbringung (N = 4 Gew√§sser) und die Anlegung von Flachwasserzonen auf 20% der Uferlinie (N = 4) im Vergleich zum traditionellen Fischbesatz (100 kg/ha Mischbesatz, N = 4) in insgesamt N = 16 sogenannten Ma√ünahmengew√§ssern inklusive vier unmanipulierter Kontrollen. Diese Gew√§sser werden um weitere vier vollst√§ndig unbewirtschaftete Baggerseen als Referenzen erg√§nzt.

Die eingesetzten Strukturma√ünahmen orientieren sich am Prozess-, Habitat- und Biodiversit√§tsschutz und zielen auf eine nachhaltige Aufwertung der √Ėkosystem- dienste sowie der aquatischen und semi-aquatischen Biodiversit√§t ab. Die Erfolgskontrolle erfolgt projektbegleitend √ľber mehrere Jahre √∂kologisch auf der Ebene der Fisch- und Nichtfischbiodiversit√§t und durch √∂konomische Bewertungsans√§tze. Dar√ľber hinaus erfolgt eine Erfassung der Fischbiodiversit√§t in mindestens N = 11 weiteren Baggerseen entlang eines Strukturgradienten, so dass in Kombination mit den Ma√ünahmengew√§ssern und vier unbewirtschafteten Referenzen Daten zu N = 31 Baggerseen vorliegen werden, um die gro√üfl√§chigen Zusammenh√§nge zwischen Biodiversit√§t und Standgew√§sserstruktur aufzudecken und Leitbilder f√ľr Baggerseen √ľber die Zielregion hinaus zu entwickeln.

Umfangreiche Ma√ünahmen der √Ėffentlichkeitsarbeit stellen den Wert von Baggerseen f√ľr die Gesellschaft heraus und f√∂rdern die Akzeptanz f√ľr die nationale Biodiversit√§tsstrategie und die gute fischereiliche Hegepraxis. Im Ergebnis des Projekts soll die Transformation der fischereilichen Bewirtschaftung weiter vorangetrieben werden. Diese soll gekennzeichnet sein von einer st√§rkeren Zuwendung zu einer am funktionierenden Habitat orientierten Bewirtschaftung der Gew√§sser, um durch die fischereiliche Hege √ľber die Fischerei hinausgehende Nutzen f√ľr die Gesellschaft zu stiften.


Mit der Bereitstellung des Linner Sees und des Schleptrupper Sees leistet die NWA einen wichtigen Beitrag, die spezifischen Ziele des Projektes zu erf√ľllen:

(1) Entwicklung von bioz√∂notischen Leitbildern f√ľr kleine Baggerseen als Grundlage f√ľr fischereiliche Hege, Naturschutz und Baggerseeneugestaltung.

(2) Modellhafte Anwendung naturschutzfachlich motivierter guter fischereilicher Hegepraxis mit Prioritätensetzung auf Habitatmanagement und Abkehr von unangepasstem Fischbesatz (welcher Fischbesatz ist wirksam und wann erreicht der Bewirtschafter durch Habitatmanagement bessere Ergebnisse?).

(3) Schaffung von methodischen Leitlinien zur Verbesserung von √Ėkosystem- dienstleistungen an kleinen Abgrabungsgew√§ssern im Rahmen der guten fischereilichen Bewirtschaftungspraxis, die von Angelvereinen eigenverantwortlich umgesetzt werden k√∂nnen.

(4) Sicherung und Verbesserung von Lebensraumstrukturen im Litoral (Uferzone) fischereilich genutzter Abgrabungsgewässer.

(5) Schutz, Erhalt und Rehabilitierung von Kleinsee-spezifischen aquatischen Biozönosen in Baggerseen.

(6) Erhalt und Steigerung der √Ėkosystemdienstleistungen von Baggerseen, vor allem des Erholungswerts sowie des √§sthetischen und fischereilichen Werts.

(7) Modellhafte Demonstration des √∂konomischen Nutzens von Investitionen in die biologische Vielfalt und die von ihr realisierten √Ėkosystemdienstleistungen am Beispiel des Litorals (Uferzone) von Baggerseen.

(8) Information der √Ėffentlichkeit zu den von Baggerseen generierten √Ėkosystem- dienstleistungen und der dort anzutreffenden Artenvielfalt.

(9) Etablierung eines inter- und transdisziplin√§r arbeitenden Forschungsverbunds aus Fisch√∂kologen, √Ėkonomen, Biodiversit√§tsforschern und Umsetzungspartnern im Fischereimanagement, um den f√ľr die Gew√§hrleistung der Nachhaltigkeit so eminent wichtigen Forschungsansatz in Deutschland zu verstetigen.
Anfang ]       [ Index ]       [ Aktuell ]

Linner See



Schleptruper See


Zum Vergrößern
bitte Bild anklicken!