Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA) gegründet 1918
Mitgliederversammlung 2026
NWA bei facebookANGLERVERBAND Niedersachsen
[ HOME / Nachrichten / Artikel ]
Fischlifte und Aalleiter in Planung

Die Hunte ist das ertragsreichste Gewässer der NWA. So wurden alleine im Jahr 2024 1.954 Karpfen mit einem Gesamtgewicht von 9,8 t und 2.870 Brassen mit einem Gesamtgewicht von knapp 4 t im Gewässerabschnitt 152 der Hunte gefangen. Das sind mehr Karpfen und Brassen als in allen anderen Gewässern der NWA zusammen. Ursache des sagenhaften Fischreichtums ist der Dümmer. Dieser bietet den Fischen mit seinen seichten Wasserständen, wo sich das Wasser im Frühjahr sehr schnell erwärmen kann, und den vielen Schilffeldern optimale Laichmöglichkeiten. Zudem mündet die Hunte barrierefrei in den Dümmer, so dass die Fische ohne Hindernisse aus dem See in die Hunte hinaufziehen können. Um so wichtiger ist es, die weitere Entwicklung am Dümmer und der Hunte rund um die Dümmersanierung im Auge zu behalten und die Interessen der NWA immer wieder in die Planungen mit einzubringen. Das sogenannte Dümmerforum ist dazu das geeignete Instrument. Hier treffen sich regelmäßig alle Behörden, Institutionen und Sachverständige, um über geeignete Maßnahmen zu diskutieren, die Wasserqualität des Dümmers und seinen Nebengewässern zu verbessern. Auch die NWA nimmt regelmäßig mit ihrem 2. Vorsitzenden Jürgen Lindemann an diesen Veranstaltungen teil.

Die regelmäßig auftretende Blaualgenblüte schädigt nicht nur die Fischfauna, sondern schadet auch dem Tourismus, insbesondere dem Wassersport, wird immer wieder von allen Seiten betont. Ursache sind die hohen Phosphoreinträge, die überwiegend aus der Landwirtschaft kommen. Diese sollen von durchschnittlich 14 Tonnen auf etwa 4 Tonnen reduziert werden, so der NLKWK, der mit der Planung beauftragt wurde. Neben Maßnahmen für die Landwirtschaft, die Stickstoff- und Phosphoreinträge, die in Gülle oder Gärresten aus Biogasanlagen enthalten sind, zu verringern, soll der Zustand auch durch Gewässerentwicklungsmaßnahmen verbessert werden. So wurden in den letzten Jahren schon 20 solcher Projekte realisiert. Am Oberlauf der Hunte und deren Zuläufe wurden z. B. Gewässerrandstreifen angelegt und Sekundärauen geschaffen.

Ein weiteres Kernelement der Dümmersanierung ist der seit langem in Planung befindliche Schilfpolder, in dem das Wasser der Hunte geklärt werden soll, bevor es in den Dümmer fließt. Deswegen weist der 2. Vorsitzende Jürgen Lindemann, der regelmäßig an den Sitzungen des Dümmerforums teilnimmt, beharrlich immer wieder darauf hin, dass dabei aber die Durchgängigkeit der Hunte weiterhin gegeben sein muss. Dies wurde in der letzten Sitzung im Juli von der Planerin im NLWKN bestätigt.

Um die Durchgängigkeit zu gewährlisten, sind zwei Fischlifte und zwei Aalleiter geplant. Fischlifte sind noch nicht so verbreitet und was kann man sich nun darunter vorstellen? Eine Anlage befindet sich am Baldeneysee in der Nähe von Mühlheim an der Ruhr. Auf der Internetseite wird die Funktionsweise des Fischliftes wie folgt beschrieben:

Der Fischaufzug besteht aus zwei Röhren, die senkrecht zueinander aufgestellt sind. In diesen Röhren wird der Wasserstand durch Entleeren ausgeglichen. Wenn sich die Röhre mit Wasser füllt, dann steigt der sich darin befindende wassergefüllte Liftkorb auf und befördert somit die Fische nach oben. Nachdem die Fische nach oben gefördert wurden, wird die Röhre entleert und der Liftkorb senkt sich wieder ab. Der Fischlift hat zwei Röhren, die sich abwechselnd betrieben werden. Diese werden mit diesem System betrieben, damit Fische, die wandern wollen, stets einen freien Lift vorfinden. Hinzu kommt, dass die Röhren miteinander kommunizieren. Füllt die eine Röhre sich mit Wasser und Fische aus der Ruhr wollen in den höher gelegenen Baldeneysee schwimmen, sinkt in der anderen Röhre der Wasserspiegel unterdessen ab. Das Fischliftsystem ist dafür da, dass Fische die Barriere Stauwehr überwinden und zu ihren Laichplätzen gelangen können. Ebenfalls im Fischaufzug vorhanden sind eine Sonaranlage und ein Kamerasystem. Diese sind fest in der Anlage installiert um Anzahl, Größe und Verhalten der Fische zu messen. Die Daten zeigen, ob die Anlage effektiv ist und zur Steuerung und Optimierung des Fischlifts.

Im Nachgang zum Dümmerforum hat Jürgen Lindemann jetzt noch einmal nachgefragt, ob auch größere Fische den Fischlift passieren können? Dies soll nun noch einmal überprüft werden. Angeregt hat er auch eine Besichtigung des Fischliftes am Baldeneysees, um sich von der Effektivität der Anlage zu informieren. Auf jeden Fall bleibt die NWA weiterhin am Ball und wird die Frage der Durchgängigkeit kritisch begleiten.
Anfang ]       [ Index ]       [ Aktuell ]






Zum Vergrößern
bitte Bild anklicken!